If you’re going to San Francisco…

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Hello aus San Franciso,

die Zeit vergeht so schnell und wir haben schon wieder fast eine Woche nichts von uns hören lassen. Wie im letzten Blogeintrag geschrieben, sind wir am Montag zum Lake Tahoe gefahren. Die Fahrt war relativ lang und anstrengend, aber auch das haben wir überstanden.

Am Dienstag haben wir uns dann auch den See aus ganz verschiedenen Winkeln angesehen. Dieses Panorama ist wirklich traumhaft und wir können verstehen, dass es sich hier auch um ein Winterparadies handelt. Die ganzen kleinen Holzhütten in South Lake Tahoe auf der kalifornischen Seite erinnern wirklich an Skidörfer in den Alpen und das ist wohl auch beabsichtigt. Allerdings kommt der totale Kontrast, wenn man etwas weiter Richtung Norden fährt, denn da verläuft die Staatsgrenzen von Kalifornien und Nevada mitten durch den Ort und aus den kleinen Holzhütten werden riesen Hotelkomplexe mit Casinos. Das ist auch wirklich ein sehr witziges Erlebnis. Aber auch sonst hat der See wirklich viel zu bieten und es lohnt sich hier durchaus auch 2 oder mehr Tage zu verbringen. Wir haben uns an dem einen Tag hauptsächlich am südöstlichen Teil des Sees aufgehalten und hier mehrere kleine Buchten besucht. Das hat wirklich schöne Fotos gegeben. Und natürlich waren wir auch im See baden. Das war super erfrischend bei ca 19°C Wassertemperatur.

Am Mittwoch sind wir dann weiter nach San Francisco gefahren. Hier haben wir unseren Mietwagen abgegeben und sonst stand am Mittwoch erstmal ankommen auf dem Plan. Am Donnerstag haben wir dann von unserem Hostel aus Downtown erkundet mit dem Union Square, der Schleswig-Holsteinischen Niederlassung in der Montgomery 101 und mit Chinatown. Das hat uns schon mal einen Vorgeschmack auf die Hügel der Stadt gegeben. Anschließend wollten wir uns erst einmal einen Überblick über die Stadt verschaffen und sind deshalb zum und auf den Coit Tower, einen 100 Jahre alten Turm zwischen Downtown und dem Fishermans Wharf. Von hier aus hat man einen fantastischen Blick über die gesamte Stadt und alle ihre Sehenswürdigkeiten. Wir hatten auch Glück mit dem Wetter, entgegen der sonst üblichen Wolkenmasse lachte die Sonne vom strahlend blauen Himmel. Nach dem Tower ging es dann runter zum Fishermans Wharf und dem Pier 39. Hier gab es allerhand zu sehen: einen Laden extra für Linkshänder(sehr zur Freude von Gerrit), einen ganzjährig geöffneten Weihnachts-Shop, die berühmten Seelöwen und vieles mehr. Bei den Seelöwen war es erstaunlich laut, da die sich recht lautstark „unterhalten“ haben und es war witzig zu beobachten, wie sie teilweise um die besten Plätze zum Sonnen gestritten haben. Anschließend haben wir noch die berühmte Lombard Street besucht.

Danach waren wir dann echt platt und sind über die vielen Hügel zurück ins Hostel. Auch wenn wir das natürlich schon oft gehört haben, wie hügelig es hier ist, kann man es sich einfach nicht richtig vorstellen, bis man es selbst erlebt hat. Teilweise ist man gefühlt auf eine Wand zugelaufen. Aber wir haben es geschafft und abends ging es dann noch in eine Sportsbar, um den Start der NFL zu feiern. Das Spiel war zwar eher mau, aber es hat trotzdem super Spaß gemacht.

Am Freitag ging es dann auf die Insel Alcatraz, auf der das berühmte ehemalige Hochsicherheitsgefängnis steht. Nach einer kurzen Überfahrt mit der Fähre haben wir uns zunächst den kurzen aber informativen Film über die Geschichte der Insel angesehen. Anschließend haben wir uns unsere (wirklich sehr gut gemachten!!!) Audioguides geschnappt und schon ging es ab hinter Gittern. Es war wirklich super interessant, aber auch etwas beklemmend zu sehen, wie schlecht die Haftbedingungen dort waren. Wenn ein Häftling dort ankam, wurde er zunächst komplett nackt zur Unterhaltung der anderen Häftlinge den Zellengang entlanggeführt, bevor er seine winzige Zelle beziehen durfte: ein Bett, ein Klo, ein festinstallierter Stuhl und Tisch und das wars. Und das alles auf der Fläche eines Billiardtisches. Die Zellen waren zum Zellengang komplett offen und mit Gitterstäben versehen – Privatsphäre gab es keine. Und wer sich nicht benahm, kam in Einzelhaft, wo es den ganzen Tag komplett dunkel war. Die Gefangenen waren 23 Stunden in ihren Zellen und durften nur zum Essen raus – Hofgang oder Arbeit waren Privilegien, die es sich zu verdienen galt.

Aber nicht nur der Alltag wurde beleuchtet, sondern auch ein paar der Fluchtversuche, die es gegeben hat. Am berühmtesten und mysteriösesten ist sicherlich die Flucht von 3 Gefangenen 1962, die sich mit Löffeln einen Fluchtgang gegraben hatten und um nicht so schnell entdeckt zu werden aus Pappe und Farbe Köpfe gebaut hatten, die sie auf ihre Betten legten. Dadurch wurde ihre Flucht erst am nächsten Morgen bemerkt, was ihnen einen Vorsprung von 8 Stunden verschaffte. Sie sollen versucht haben, mit einem aus Regenjacken gebauten Floss ans Festland zu kommen – bis heute weiß niemand, ob sie es geschafft haben.

Insgesamt war der Ausflug nach Alcatraz wirklich sehr interessant und hat sich definitiv gelohnt. Die schönen Ausblicke aufs Festland hatten wir allerdings nicht, da über der ganzen Stadt und auch über der Golden Gate Bridge eine dicke Wolkendecke klebte. Aber was soll‘s, man kann nicht alles haben.

Gestern haben wir den Tag ganz entspannt gestartet und haben uns zunächst das THW-Spiel im Internet angeschaut. Anschließend ging es dann auf eine laute und wilde Fahrt mit dem berühmten Cable Car. Nach langem Anstehen hatten wir einen (doch recht unbequemen) Platz ergattern können und fuhren mit der historischen Bahn die Berge von San Francisco hinauf. Fazit: Gehört zu nem Besuch in SF dazu, ist aber weder bequem noch preiswert noch schnell. Also wirklich nur was für die Touris 🙂

Anschließend sind wir zu Fuß zu den Painted Ladies marschiert, dem berühmten Häuserblock aus Full House. Auf dem Rückweg haben wir dann leider auch die weniger schöne Seite von San Francisco kennengelernt: Hier leben wirklich sehr, sehr viele Obdachlose, die einen immer wieder um Geld anbetteln, und in wirklich schlimmen Zuständen leben. Hier wird sehr deutlich, dass mit dem Sozialsystem hier echt was im Argen liegt!

Heute hatten wir dann wirklich Glück: Nach zwei für SF typischen bewölkten Tagen war der Himmel wieder strahlend blau und wir sind zur Golden Gate Bridge gefahren. Wir konnten sie komplett sehen (was an allen anderen Tagen nicht möglich war, weil sie in den tiefhängenden Wolken verschwunden war) und haben den Ausblick wirklich genossen. Anschließend haben wir die Brücke zu Fuß überquert und uns auch auf der anderen Seite einen schönen Aussichtspunkt gesucht, von wo aus wir die Brücke und die Stadt überblicken konnten – herrlich.

Mit diesem Highlight endet die Zeit in San Francisco für uns. Morgen geht es mit dem Fernbus über Nacht nach Portland – wir sind gespannt auf dieses Abenteuer. Da wir in Portland einfach nur ein paar entspannte Tage verbringen wollen, wird der nächste Blogeintrag dann aus Seattle folgen. Dahin geht es dann am Sonntag…

 

P.S.: Gern geschehen, dass mit dem Ohrwurm 😉