Reisesprotten, das „N“ steht für Nationalpark

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Hallo aus Springdale,

mittlerweile verliert man ein bisschen den Überblick über die Wochentage und wann welcher Nationalpark auf dem Plan steht, aber wir wollen uns nicht beschweren. Wir versuchen also mal Ordnung in das Chaos zu bringen.

Nachdem wir letzten Donnerstag den Grand Canyon bestaunen durften, ging es am Freitag direkt wieder auf die Piste und zwar ab in den wilden Westen, leider ohne Mustang ;-). Nach einer kurzen Fahrt kamen wir im Monument Valley an. Dieses auf Navarro-Gebiet gelegene Tal ist für seine hohen, roten Gesteinsformationen bekannt. Der ein oder andere kennt diese vermutlich aus verschiedenen Westernfilmen, Gerrit verbindet mit diesen Formationen immer den Ghost Rider Film mit Nicolas Cage. Aber es ist wie immer ein ganz eigenes Erlebnis, diese Naturschauspiele persönlich zu sehen.

Wenn man durch diese verschiedenen Landschaften fährt, ist man immer wieder überrascht, wie sich von jetzt auf gleich die Vegetation so drastisch ändern kann. Das ist wirklich unglaublich. Nach dem Monument Valley ging es zum Schlafen in ein kleines Kaff namens Bluff. Kaff trifft es hier nicht mal gefühlt gab es drei Hotels, zwei Restaurants und vielleicht 50 Einwohner. Aber die Lage war mal wieder optimal. So hatten wir nach der kurzen Anreise am Samstag einen Autotag geplant. Das heißt wir waren ca 6 Stunden auf der Straße und fuhren von Bluff nach Tropic, wenn ihr das nicht kennt, kein Problem es war nicht größer als Bluff. Aber von dort war es nur eine viertel Stunde Fahrt zum Bryce Canyon. So konnten wir am Sonntag direkt zum Nationalpark starten und hatten den ganzen Tag Zeit uns verschiedene Blickwinkel auf den Canyon anzusehen. Auch hier fuhr wieder eine kostenfreie Shuttlebuslinie. Dadurch konnten wir unser Auto wieder am Visitor-Center abstellen und haben dann in einer Kombination aus Wanderungen und Busfahrten den Canyon erkundet. Der Bryce Canyon ist besonders bekannt für das sogenannte Amphitheater mit den Hooloos, großen Steinsäulen. Hier war es ganz interessant diese Säulen aus verschieden Winkeln zu betrachten. Wir haben auf 8300 Fuß, ca 2500 Meter, Höhe gestartet, das hat uns tatsächlich mehr zu schaffen gemacht als erwartet und sind dann langsam 300 Fuß, ca 100 Meter, bergab gelaufen. Aus dieser Höhe war es sehr spannend zusehen, wie auf der einen Seite der Canyon mit seinen Steinsäulen war und hat man auf die andere Seite des Bergpfades geschaut, war das Land komplett platt. Zum Abschluss des Tages sind wir noch einmal ein Stück in den Canyon hinein gelaufen. Das war wieder eine ganz eigene Welt. Wir wissen, dass wir uns natürlich wiederholen und uns mit Superlativen überschlagen, aber es ist sonst wirklich sehr schwer zu beschreiben. Wir hoffen trotzdem, dass ihr eine ungefähre Vorstellung von dem Erlebten bekommt.

Am Montag schließlich fuhren wir nach Page, das Herz des Grand Circle. Auf dem Weg dorthin haben wir noch einen Zwischenstopp an der Saarschleife Amerikas, dem Horseshoe Bend, eingelegt. Das war auch definitiv einen Besuch wert, allerdings fanden wir die $10 Eintritt doch ein bisschen übertrieben. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Marie, Malte und seine Familie dafür, dass wir ihren Jahrespass für die Nationalparks nutzen dürfen.

Gestern folgte dann ein echtes Highlight: Der Antelope Canyon! Diesen haben wir allerdings getrennt besichtigt: Für Annika ging es um 6.30 Uhr auf die Sightseeing-Tour und für Gerrit um 11.30 Uhr auf die Photographen-Tour. Der Canyon ist einfach nur atemberaubend. Er wurde durch einen kleinen Fluss geformt und ist deshalb an manchen Stellen so schmal, das nur eine Person zur Zeit passieren kann. Aus diesem Grund darf man auch nichts außer der Kamera mit in den Canyon nehmen, also keine Kameratasche und auch kein Rucksack. Der Canyon belohnt einen aber für diese Unannehmlichkeiten, denn das Spiel von Licht und Farben ist wirklich einzigartig. Es hat eben schon was zu bedeuten, wenn die Touranbieter eine extra Fototour im Repertoire haben. Denn zur Mittagszeit erscheinen überall im Canyon diese Lightbeams und mit ein bisschen aufgewirbeltem Sand entsteht hier auf Fotos ein einmaliges Schauspiel. Kleiner Funfact: Hier wurde auch das teuerste Foto aller Zeiten, „Fantom“ von Peter Likom, aufgenommen.

Genau wie das Monument Valley liegt der Canyon liegt im Navajo-Gebiet und kann seit ein paar Jahren nur noch mit einer geführten Tour besichtigt werden, da die Leute sich mal wieder nicht benehmen konnten und den Canyon bekritzelt, zu waghalsigen Klettertouren genutzt und andere unnötige Dinge gemacht haben. Die Tour hat uns allerdings sehr gut gefallen und ist insbesondere für Hobbyfotografen ein Must-See an der amerikanischen Westküste. Der Guide war sehr nett und hat viel erzählt. Und die Stimmung im Canyon ist wirklich einfach einzigartig (haben wir das jetzt zu oft geschrieben??)

Nach der Tour ging es für uns dann weiter nach Springdale, von wo aus wir heute den Zion Nationalpark besucht haben. Mit dem Shuttlebus ging es direkt vom Hotel in den Park. Wir haben den Tag mit einer Wanderung auf dem Riverside Walk begonnen. Das war ein super schöner Einstand, da dieser Walk von der letzten Shuttle Haltestelle beginnt, somit haben wir auf dem Weg schon einige Hintergrundinformationen und einen schönen Überblick bekommen. Der Walk an sich verläuft, wie der Name schon vermuten lässt, entlang des Virgin River in die sogenannten Narrows, den schmalsten Teil des Zion Canyons. Nach ca einer Meile erreicht man das Ende des gepflasterten Weges, von hier ist Gerrit mit gefühlt 100 anderen noch ein Stück im Fluss entlang gewartet, um einige schöne Fotospots zu erreichen. Das hat auf Grund der Massen an Wanderern aber nur bedingt geklappt. Anschließend haben wir uns dann langsam von der letzten zur ersten Station des Shuttles vorgearbeitet und so verschiedene Highlights des Parks gesehen. Mit am beeindruckensten war sicherlich der Watchman ein einzelner hoher Berg am Eingang des Canyons. Aber auch sonst lässt sich feststellen das der Zion Nationalpark definitiv einen Besuch wert ist. Insbesondere die Vielfalt des Parks macht ihn so besonders, von den flachen Hikes entlang des Flusses zu verschiedenen längeren Hikes zu höher gelegenen Lookouts hat der Park alles zu bieten. Leider war der berühmte Observation Point heute gesperrt, aber vielleicht fahren wir dann Anfang nächster Woche noch einmal her, Las Vegas ist ja um die Ecke. Für Wanderenthusiasten bietet der Zion wirklich viel und sie sollten mindestens zwei Tage einplanen, um auf jeden Fall eine der längeren Wanderungen unternehmen zu können. Aber auch für so Freizeitwanderer wie uns zwei bietet der Park eine ganze Menge und man kann an einem Tag sehr viel schaffen.

Morgen geht es dann für weiter- raus aus der Natur, rein in die Stadtatmosphäre von Las Vegas! Wir sind gespannt :-).