Perth, die isolierteste Großstadt der Welt

G’day aus Perth,

die letzten Tage haben wir also die isolierteste Großstadt der Welt erkundet und das ist kein Scherz, die nächste Stadt mit mind. einer Millionen Einwohner ist Adelaide in über 2.000 km Entfernung. Zum Glück fliegen wir die Strecke am Sonntag. 

Nachdem wir uns von unserem Campingtrip erholt hatten, gingen wir am Montag auf Erkundungstour durch die Innenstadt. Diese ist nicht spektakulär, hat aber auch einige sehr schöne Ecken zu bieten. Zunächst ging es in die Einkaufsstraße, immer mit einem Auge auf den Schuhläden 😀 und durch den London Court, eine historisch restaurierte  Einkaufsgasse. Man hat sich ein bisschen wie in der Winkelgasse gefühlt. Von dort ging es weiter an den Swan River, die Lebensader von Perth. Hier haben wir uns zunächst den Elizabeth Quay angesehen. Das ist wirklich eine sehr schön angelegte Fläche mit einigen Touriattraktionen. Außerdem hat man von hier einen sehr schönen Blick auf die kleine aber trotzdem schöne Skyline. Ob wir bei dieser Skyline noch Nachtaufnahmen machen werden wir uns noch überlegen, aber hier sind schon mal erste Bilder bei Tag. Am Fluss entlang ging es anschließend in den Botanischen Garten. Von hier aus hat man nach einem doch recht anstrengenden Aufstieg einen super Blick über die gesamte Stadt. Da wir wie bisher fast immer Glück mit dem Wetter hatten, haben wir uns hier etwas länger treiben lassen und die nächsten Tage geplant,  bevor wir zum Abschluss des Tages noch an der St. Mary’s Cathedral waren. 

An dieser Stelle müssen wir einmal unsere Unterkünfte erwähnen, seit Melbourne schlafen wir in YHA Hostels und man muss sagen, die sind nicht nur sauber und gut ausgestattet, was die Zimmer und öffentlichen Räume (Küche, TV Raum, usw.) angeht, sondern sie sind auch immer in bester Innenstadtlage. So konnten wir in den Städten alle Unternehmung ganz bequem zu Fuß starten – sehr zu empfehlen.

Den Dienstag gingen wir ebenfalls sehr entspannt an. Zunächst machten wir einen kurzen Abstecher zu dem berühtesten Strand von Perth dem Cottesloe Beach. Dieser ist im Sommer sicherlich ein Hotspot, bei knapp über 20°C am Dienstag war er jedoch sehr leer und hat uns nicht vollends überzeugt. So hat Gerrit auch kurzerhand seine Pläne baden zu gehen gestrichen, da es keine Brandung gab und da die Temperaturen übermäßig zum baden eingeladen haben. Von hier hatten wir aber immerhin schon mal einen Blick auf unser Ziel für Mittwoch, Rottnest Island. So ging es nach kurzem Aufenthalt zurück in die Stadt. Dort sind wir noch etwas durch die Einkaufsstraße gebummelt und haben ein Armband für Annika gefunden, aber leider keine Schuhe für Gerrit, da müssen wir in Adelaide wohl nochmal gucken. Das Highlight für Gerrit war der Blick in die Zukunft, in Australien gibt es nämlich bereits ein 5G Netz und mit dem neuen Samsung Handy nun auch das erste Handy das dieses Netz nutzen kann, schade dass das in Deutschland wohl noch Jahre dauern wird.

Wie bereits angekündigt stand am Mittwoch der erste größere Ausflug an. Um 8:45 Uhr ging es mit dem Rottnest „Express“ vom Elizabeth Quay los. Zunchst fuhren wir ca eine Stunde den Swan River entlang, es war wirklich sehr interessant, die verschiedenen Fakten über Perth zu erfahren, mit denen der Tourguide die Fahrt etwas aufgelockert hat, leider konnte man sich nicht alle merken, aber ein paar Angeberfakten sind hängen geblieben ;-). In diesem Abschnitt haben wir neben den Namensgebern des Flusses den schwarzen Schwänen auch Delfine gesehen. Ein erster Wildlife Höhepunkt. Aber für uns Kieler ja nicht neues.

Nachdem wir den Fluss hinter uns gelassen hatten, konnten wir etwas beschleunigen und so dauerte es nur noch eine weitere Stunde bis wir unser Ziel erreicht hatten. Auf der Insel angekommen, machten wir uns sofort mit unseren Leihfahrrädern auf den Weg die 22 km Rundtour zu starten. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten fanden wir die richtige Route und los gings. Hier sei erwähnt das es sich durch aus lohnt eine Karte der Insel mit zu nehmen, denn wenn man wie wir entgegen der eigentlich geplanten Route fährt sind einige Abzweigungen durchaus schwer zu erkennen. Am West End der Insel haben wir eine Seelöwenkolonie gesehen, dass war ziemlich faszinierend die Tiere zu beobachten, ansonsten ist auf der ersten Hälfte nicht viel passiert, außer sehr vielen wunderschönen Buchten und Stränden. Auf der zweiten Hälfte haben wir dann endlich das gesehen, weshalb wir auf die Insel gefahren sind, Quokkas. Für Annika Knutschkugeln, für Gerrit im ersten Moment große Ratten, sind sie eigentlich doch Kängurus und unfassbar niedlich. Es gab an der Strecke immer wieder kleine Gruppen die sich im Schatten größerer Büsche aufgehalten haben und sobald man sich ihnen genähert hat, sind sie auf einen zugehopst. Hier hat man auch die Verwandschaft zu Kängurus erkannt. So ging die Rücktour zum Boot mit vielen Fotostops einher. Und am Ende in der Siedlung kamen sie einem sogar auf den Schoß, das hat sich definitiv gelohnt. Natürlich haben wir uns an die Regeln gehalten und weder gefüttert noch angefasst, es sind schließlich immer noch Wildtiere, sie waren aber sehr zutraulich und wegrennen wollten wir auch nicht ;-). Aber seht selbst. Alles in allem wir das wirklich ein wunderbarer Tag, auch wenn uns vom Fahrrad fahren der Hintern nun wehtut, das sind wir nicht mehr gewohnt.

Heute haben wir mal wieder etwas ganz wichtiges gemacht: nichts. Auch das muss ab und zu mal sein. Mal sehen was wir die nächsten Tage noch alles anstellen wollen. 

Bis dahin ein paar Eindrücke die wir aus Western Australia mitnehmen:

  • die Australier legen bei Lebensmitteln viel Wert auf einheimische Produkte und sonst kommen die Sachen aus ganz exotischen Ländern, wer kennt ihn nicht den berühmten dänischen Feta? genrell haben sie hier einen Dänemarktick 😀 also alles was nicht australisch ist, ist dänisch
  • Australier haben keine Ahnung von Ampelschaltung
  • Hier gibt es zum Glück weniger Fliegen als am Uluru
  • Von Leihfahrrädern tut einem der Rücken weh (mimimiii ….)

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Karin

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Wie immer auch eindrucksvolle Bilder.
    Durch die dänische Kronprinzessin Mary, die ja aus Australien kommt, fühlen sich die Australier wahrscheinlich ein bisschen wie Dänen….

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