Peking

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Hallo aus Sydney!

 

Aufgrund der strengen Internetregulation in China erfolgt der Bericht aus Peking erst jetzt, auf den ihr bestimmt schon mit Spannung gewartet habt 🙂

Wir sind am Montag in Peking angekommen. Nachdem die Einreise über 1 ½ Stunden gedauert hatte und unser Gepäck gescannt war, durften wir uns dann endlich auf den Weg zum Hotel machen. Als wir dort eine Stunde später fix und fertig angekommen sind, hatten wir keine Lust oder Kraft mehr, noch groß etwas zu unternehmen und haben nur etwas die Gegend unseres Hotels erkundet und waren einkaufen- was in einem chinesischen Supermarkt echt witzig ist. Wir haben zum Glück einen recht großen Supermarkt um die Ecke – die verrücktesten Sachen, die wir auf die Schnelle entdeckt haben (und entziffern konnten, hier ist alles nur auf Chinesisch!): Milch aus Deutschland (wieso????) und Chips mit Gurkengeschmack.

Dienstag ging das Sightseeing dann richtig los. Am Vormittag waren wir in der Verbotenen Stadt, dem großen Kaiserpalast. Und nicht nur wir waren da, gefühlt ganz China auch. Es war einfach unglaublich, wie voll es war. Hatten wir uns in Bangkok beschwert, es sei im Königspalast voll gewesen? Ja! Waren wir Idioten und wussten nicht, was es heißt, wenn eine Sehenswürdigkeit überlaufen ist? Absolut!

Man konnte sich selten aussuchen, ob man stehenbleiben wollte, um sich etwas anzusehen, man musste einfach mit dem Strom gehen. Und wenn es z.B. nur ein Fenster gab, durch das man ins Innere eines Gebäudes gucken konnte, hieß es, sich durchzuboxen (im wahrsten Sinne des Wortes) oder es einfach nicht zu sehen.

Trotz allem war die Verbotene Stadt wirklich beeindruckend. Zwar war dort weniger Gold und Prunk als im Königspalast in Bangkok, aber die Architektur und die schiere Größe der Anlage waren wirklich faszinierend. Auch Gerrits innerer Monk war zufrieden, da die Gebäude alle sehr symmetrisch angeordnet sind und früher einmal die Mitte Pekings markierten. Auch hier fiel Annika mit ihren blonden Haaren natürlich auf und auch die bestehende Sprachbarriere hinderte die Leute nicht, Fotos mit ihr haben zu wollen.

Anschließend wollten wir uns eigentlich den bekannten Tiananmen-Platz angucken, aber der war an dem Tag aus einem uns nicht bekannten Grund geschlossen.

Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann in den Himmelstempelpark. Dieser war wirklich traumhaft. Das Highlight des Parks ist ohne Frage die Halle des Erntegebets, eine ca. 30 Meter hohe runde Halle mit Spitzdach auf einem dreistufigen Podium. Doch auch die anderen Gebäude waren wirklich sehr schön und einen Besuch wert. Hier trafen wir natürlich wieder auf Deutsche, wobei diese eine angenehme Abwechslung und es deutlich leichter war, diese um ein Foto zu bitten. Und obwohl wir keinesfalls die einzigen Menschen hier waren, konnten wir uns frei bewegen und genossen die Ruhe des Parks und seiner tierischen Bewohner. Anschließend ging es zurück ins Hotel zum Abendessen.

Am Mittwoch hieß es früh aufstehen: Wir haben eine Tour zur Chinesischen Mauer gemacht. Um 7.00 Uhr ging es am vereinbarten Treffpunkt los zum Abschnitt Mutianyu, der etwa 1 ½ Stunden Fahrt von Peking entfernt liegt. Dann ging es mit dem Sessellift rauf auf die Mauer. Wir hatten eine sehr nette Gruppe, und gemeinsam haben wir dann die Mauer erkundet. Ehrlich gesagt hatte wir das etwas unterschätzt. Man musste über teilweise sehr steile und unebene Treppen klettern und als wir dann einen unrestaurierten Abschnitt erkundet haben, wurde es dann echt anspruchsvoll: Über schmale, unbefestigte Wege und Hänge mit dem Abgrund links und rechts hat es insbesondere Annika echt große Überwindung gekostet, auch diesen Abschnitt mitzumachen – aber sie hat es trotz großer Höhenangst durchgezogen. Der Ausblick hat definitiv alle Mühen gelohnt. Außerdem hatten wir diesen Abschnitt fast für uns alleine, da der Zutritt hier eigentlich nicht gestattet ist (ein weitere Vorteil einer geführten Tour). Wir würden auch jedem eine solche Kleingruppentour empfehlen. Zum Abschluss dieser Erkundung mussten wir durch ein Fenster in einen Wachturm zurückklettern und direkt daneben ging der Abgrund runter – nichts für schwache Nerven!! Aber wir haben es geschafft.

Danach sind wir noch weiter über den restaurierten Bereich gewandert. Es war wirklich absolut fantastisch! Die Mauer ist unglaublich beeindruckend und die Aussicht einfach nur spitze! Und wenn man überlegt, zu welcher Zeit und mit welchen vorhandenen Mitteln sie gebaut wurde, ist das echt bemerkenswert. Es war auch sehr gut, dass wir so früh dort waren, dadurch hatten wir die Mauer zuerst noch fast für uns. Je später es wurde, desto voller wurde es, und wir waren froh, dass es hier nicht so zuging wie in der Verbotenen Stadt.

Runter ging es von der Mauer dann mit einer Art Sommerrodelbahn. Das hat wirklich Spaß gemacht. Anschließend ging es dann zu einem chinesischen Essen in ein nahegelegenes Restaurant und dann wieder zurück nach Peking.

Dieser Tag auf der Mauer war bisher definitiv eins der Highlights der Reise.

Nachdem wir so früh zur Mauer gefahren sind, wollten wir den Donnerstag etwas entspannter angehen und haben ausgeschlafen. Wir hatten eh nicht viel auf dem Zettel, wollten wir doch nur in den Sommerpalast der ehemaligen Kaiser von China etwas außerhalb. Gesagt getan, nach einem gemütlichen Frühstück ging es los und nach einer knappen Stunde in der U-Bahn waren wir da. Nach unserer bewährten Methode liefen wir den Menschenmassen hinterher und stellten uns in die Schlange für die Tickets, diese war so ca. 500m lang. Wir hatten keine 10 Minuten gewartet da erfuhren wir, dass diese Schlange nur für die Tickets war und es am Eingang um ein vielfaches voller war. Panisch schmissen wir unsere Pläne über den Haufen und fuhren zurück in die Stadt, um uns zunächst das Olympiagelände von 2008 anzusehen. Das war echt cool, da das Olympiastadion, auch Vogelnest genannt, doch sehr markant im Kopf geblieben ist. Zum Ende des Tages ging es in den Beihei-Park einen Park im Zentrum von Peking (oder Beijing) direkt neben der Verbotenen Stadt. Doch dies war weniger ein Park als ein riesiger See und drum herum erneut Tausende Menschen, also hielt es uns nicht so lange hier. Außerdem hieß es Kräfte sammeln, wir hatten uns nämlich den Wecker erneut auf 5 gestellt, damit wir mit Öffnung in den Sommerpalast gehen konnten.

Gesagt getan, machten wir uns am nächsten Tag um 6 Uhr auf den Weg zum Sommerpalast und was soll man sagen, das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Der Park war zwar auch zu dieser Zeit nicht leer, man konnte sich aber sehr gut bewegen und sich alles in Ruhe ansehen. So wurde auch der Sommerpalast zu einem von Pekings Highlights. Er hat schöne Tempel und ist sehr ruhig in einem kleinen Park rund um einen künstlich angelegten See gelegen. Nach 3 Stunden und 18.000 Schritten hatten wir alles gesehen und waren froh den Park verlassen zu können, denn langsam wurde es schwieriger sich zu bewegen, der Park war nun nämlich voller Menschen.

Als nächstes fuhren wir zum sogenannten Lama Tempel, einem der schönsten Buddhistischen Tempel Pekings. Der war ebenfalls sehr schön hatte jedoch nichts von dem Protz und der Pracht der thailändischen Tempel. Das Highlight des Tempels ist eine riesige Buddha-Statue, diese war sogar noch beeindruckender als der Standing Buddha in Bangkok, leider durfte man ihn aber nicht fotografieren und wir nehmen sowas natürlich ernst. Anschließend standen noch der Glocken- und Trommelturm auf unserer Liste, zwei alte Türme im Hutong-Viertel hinter der Verbotenen Stadt. Mit Hutongs werden historische Gassen in Peking bezeichnet. Damit war unser Touri-Programm durch.

Gestern wollten wir zum Abschluss des Pekingaufenthalts noch mal auf den Tia’anmen Platz. Als wir in der U-Bahn feststellten, dass die Stationen für den Platz nicht angefahren wurden, hatten wir schon die Befürchtung, dass der Platz wieder gesperrt war. Wir stiegen die Haltestelle danach aus und versuchten unser Glück zu Fuß. Nach drei Ausweiskontrollen und einer Sicherheitskontrolle haben wir dann freudig festgestellt, dass der Platz offen war. Der ist wirklich riesig und es war ganz nett, dort einmal entlang zu laufen. Anschließend ging es dann zurück ins Hotel und dann ab zum Flughafen.

Unser Fazit zu Peking: die positive Überraschung bisher. Wir kamen mit nicht allzu hohen Erwartungen her und sind begeistert. Es ist echt schön hier, nur die vielen Menschen und das wenige Englisch sind gewöhnungsbedürftig.

Eindrücke, die wir festhalten wollen:

  • Menschen, Menschen, Menschen … überall wo man hinguckt sind Menschen
  • Es sind alle sehr nett und versuchen einem in ihren Möglichkeiten weiterzuhelfen und lächeln einen an, …
  • … aber wird es etwas voller, werden die Chinesen sehr ruppig, sei es bei Sehenswürdigkeiten oder in der U-Bahn, es heißt „ich bin jetzt hier, also lass mich durch“ und wenn man nicht schnell genug reagiert, werden die Ellenbogen zu Hilfe genommen.
  • Englisch ist hier nicht sehr verbreitet. Im Hotel spricht vom Personal kaum jemand Englisch, sonst auch nirgendwo, und es stehen nur die allerwichtigsten Sachen, z.B. in der U-Bahn, auf Englisch da. Sonst gibt es überall nur die chinesischen Schriftzeichen – mit denen können wir aber nichts anfangen 😀
  • Die Chinesen haben ein sehr großes Bedürfnis nach Sicherheit und Kontrolle. Überall sind Überwachungskameras, am Flughafen wurde nach der Einreise vor dem Verlassen des Flughafens nochmal unser komplettes Gepäck überprüft und in jeder U-Bahn-Station muss man durch eine Sicherheitskontrolle ähnlich wie am Flughafen, inklusive Taschen-Scan. Außerdem ist das Militär hier sehr präsent.
  • Das eingeschränkte Internet ist schon sehr nervig. Kein Whatsapp, kein Google (auch nicht Maps oder den Playstore), Instagram und Facebook nutzen zu können ist nicht so schön. Und auch Netflix und co konnten wir nicht nutzen (was doof ist, wenn ein 12 Stunden Flug ansteht und man noch Sachen offline verfügbar machen will), da VPN hier verboten ist und wir wollten uns nicht mit der Chinesischen Regierung anlegen.
  • Kreditkarten helfen einem nicht weiter, man braucht WeChat-Pay oder ApplePay oder Bares
  • Die Asiaten stehen total auf Pärchenkleidung

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Karin

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht und die tollen Fotos. Die Kontrollen klingen wie früher bei der Einreise in die DDR.
    Die Internetabstinenz erzeugt dann noch ein Gefühl wie vor 20 Jahren…
    Das habt ihr aber jetzt überstanden und dabei viel gesehen und erlebt.

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